Botschafterin für die Jugend im Kampf gegen Menschenhandel in Kamerun

von Sr. Genevieve Nakoma

Sr. Genevieve Nakoma, eine Tertiarschwester des heiligen Franziskus, ist Botschafterin für die Jugend für Talitha Kum, einem weltweiten Netzwerk, das sich gegen den Menschenhandel einsetzt. Hier schreibt sie über ihre Erfahrungen in Kamerun und die einzigartigen Herausforderungen, denen das konfliktgeplagte Land gegenübersteht.

Ich bin Botschafterin für die Jugend von Talitha Kum aus Kamerun und hatte das Privileg, an einem sechswöchigen Trainingsprogramm, das von Talitha Kum organisiert wurde, teilzunehmen. Dieses Training befähigte und beauftragte uns, junge Menschen über Menschenhandel zu informieren, ein Problem, das eine echte Bedrohung für die Gesellschaft von heute darstellt.

Als Botschafter*innen für die Jugend in Kamerun vertreten wir sowohl englisch- als auch französischsprachige Gemeinschaften und arbeiten in verschiedenen Regionen des Landes. Unsere Mission ist es, das Bewusstsein der Jugendlichen in Schulen und anderen Gemeinschaften zu schärfen, damit sie die Risiken und Realitäten des Menschenhandels verstehen.

Leider verlassen viele junge Menschen, getrieben von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft oder dem Bedürfnis, ihre Familien zu unterstützen, ihre Heimat. Anstatt Sicherheit und Wohlstand zu finden, werden sie oft in Ausbeutung gelockt, versklavt oder sogar getötet. Dieses herzzerreißende Verbrechen gedeiht auf Unwissenheit, Verzweiflung und der Gleichgültigkeit derer, die wegschauen.

Unser Schwerpunkt: die Nord-West-Region Kameruns

In der Nord-West-Region Kameruns, insbesondere in der Diözese Kumbo, stehen wir vor zusätzlichen Herausforderungen aufgrund der anhaltenden sozio-politischen Krise. Viele Jugendliche suchen nach Wegen, um diesem Umfeld zu entfliehen. Junge Mädchen werden sowohl von Militärangehörigen als auch von den Rebellen zu vorzeitigen sexuellen Aktivitäten verleitet. Jungen, die sich der Konsequenzen nicht bewusst sind, greifen zu den Waffen und setzen sich damit weiteren Gefahren aus, die zum Menschenhandel führen.

Angesichts der Dringlichkeit dieser Situation haben sich meine Mitbotschafterin, Sr. Patience Simon (eine Schwester der Dienerinnen des Jesuskindes), und ich, Sr. Nakoma Genevieve Ngwainbi (Tertiarschwester des heiligen Franziskus), verpflichtet, die Jugendlichen zu informieren und ihren Blick zu schärfen. Mit dem Training, das wir erhalten haben, treffen wir uns mit jungen Menschen in verschiedensten Gemeinschaften und Gruppen, um sie über die Gefahren des Menschenhandels zu informieren und auf die Risiken aufmerksam zu machen.

Wichtige Sensibilisierungsinitiativen

Am 27. Oktober 2024 versammelten sich über 500 Jugendliche in der Diözese Kumbo, um den Festtag des Heiligen Papstes Johannes Paul II. zu feiern (ursprünglich am 22. Oktober, aber aus praktischen Gründen verschoben). Wir hielten einen kurzen, aber eindrucksvollen Vortrag über Menschenhandel.

Am 22. November 2024 sprachen wir vor über 250 Jugendlichen, die sich in der Pfarrei Shisong zu ihrer Dekanatsfeier des Weltjugendtages versammelt hatten. Der Dekanatspräsident lobte unsere Bemühungen und empfahl, unsere Präsentation auch den Jugendlichen des Dekanats Meluf vorzustellen.

Am 23. November 2024 sprachen wir vor über 100 Jugendlichen in Tobin, wo sich die Jugendlichen des Dekanats Meluf versammelt hatten.

Während dieser Vorstellung trat eine sichtlich aufgewühlte junge Frau an uns heran und bat um eine Kopie unserer Präsentation. Da wir ihre Verletzlichkeit spürten, gaben wir ihr das Material und baten später den Dekanatspräsidenten, einen Priester, sich um sie zu kümmern. Dieser Vorfall unterstrich die Bedeutung unserer Arbeit, da deutlich wurde, dass sie möglicherweise ein Opfer oder Zeugin von Menschenhandel war.

Unsere Präsentationen decken die folgenden Themen ab:

  • Einführung in Talitha Kum und seine Mission.
  • Definition von Menschenhandel und Identifizierung seiner Opfer.
  • Verständnis der Handlungen, Mittel und Zwecke des Menschenhandels.
  • Arten und Ursachen des Menschenhandels.
  • Strategien zur Verhinderung und Bekämpfung des Menschenhandels.

Wir begleiten diese Diskussionen mit visuellen Hilfsmitteln, um ein besseres Verständnis und Engagement zu gewährleisten.

Zukunftspläne und Bitte um Unterstützung

Wir sind entschlossen, unsere Einflussnahme zu erweitern und suchen dringend nach neuen Möglichkeiten, Vorbeugearbeit zu leisten durch Information und konkrete Erlebnisberichte. Wir schätzen Ihre Unterstützung. Durch Ihre Hilfe können wir unsere Aktivitäten ausweiten und eine breitere Bevölkerung erreichen. Wir danken Ihnen!

Menschenhandel zählt zu den schwerwiegendsten Übeln unserer Zeit. Dabei werden die Schwächsten ausgenutzt, insbesondere Kinder, die die Gefahren hinter falschen Versprechungen nicht erkennen. Gemeinsam müssen wir dieses Problem ans Licht bringen und daran arbeiten, es zu beseitigen.