Allelujas und Hallos: Die Eindrücke einer jugendlichen Freiwilligen vom Klosterleben

von Annalena Kluge

Annalena Kluge, eine Oberschülerin , absolvierte diesen Sommer einen freiwilligen Praktikumeinsatz im Kloster der Tertiarschwestern in Brixen, Italien.

Obwohl es nicht mein erstes Mal ist, dass ich mit den Tertiarschwestern des heiligen Franziskus in Kontakt trete, ist es doch das erste Mal, dass ich den Klosteralltag so aktiv miterlebe. Seit etwa vier Wochen helfe ich nun im Kranken- bzw. Pflegestock des Mutterhauses aus und gehe mit den Schwestern im Garten spazieren, lese ihnen vor, helfe beim Essen einschöpfen und leiste Gesellschaft.

Vor Beginn der Arbeit hätte ich mir nie vorstellen können, wie lebendig ein Klosterleben sein kann; wie viel gelacht wird, aber auch, dass manchmal Meinungsverschiedenheiten auftreten. Hier miterleben zu dürfen, wie aktiv Glaube gelebt wird und dass der Glaube das verbindende Glied zwischen den Schwestern ist, empfinde ich als große Bereicherung. Auch finde ich es schön, Schwestern aus meiner Mittelschulzeit wiederzusehen.

Ich wurde von allen herzlich aufgenommen und die Schwestern im Krankenstock überschütten mich mit lieben Worten. Kein Tag im Kloster gleicht dem anderen und doch verschwimmen sie in meiner Erinnerung zu einem Gefühl der Gemütlichkeit und des Ankommens. Normalerweise stehe ich um 8:30 an der Pforte und mache mich dann auf den Weg zum Krankenstock. Der Vormittag wird im wunderschönen Garten beim Spazieren oder im Haus beim Fernsehen, Vorlesen oder Tee trinken verbracht. Im Krankenstock wird schon um 11 Uhr zu Mittag gegessen- dadurch vergeht der Vormittag im Flug. Während dem Mittagessen schöpfe ich Schwestern, die das selbst nicht mehr schaffen, das Essen ein und um 12 Uhr gehe ich in die Mittagspause.

Viermal wöchentlich bin ich auch nachmittags ab 14:00 da. Die Tätigkeiten sind aber meist dieselben wie am Vormittag. Bis 18:00 Uhr bleibe ich normalerweise, dann geht es für mich erfüllt mit vielen Eindrücken zurück nach Hause. Bis Mitte August wird das in etwa mein Alltag sein, und ich bin sehr froh darüber, meinen Sommer in einer solchen Gemeinschaft verbringen zu können.

Bis jetzt habe ich viele Berührungsängste abbauen können, habe einen immensen Respekt für Pflegepersonal dazugewonnen und bin auch etwas über mich selbst hinausgewachsen.

Obwohl ich noch eine Weile dort sein werde, möchte ich allen danken, die meine Zeit im Kloster zu einer so wunderbaren Erfahrung gemacht haben.

Mein besonderer Dank gilt Sr. Raphaela, Sr. Heinrika, Sr. Bernadette, Sr. Theresina, Sr. Maria Candida, Sr. Eduarda, Sr. Assunta, und Sr. Philomena. Ich bin den Pflegerinnen für die großartige Arbeit, die sie leisten, zu Dank verpflichtet. Mein Dank gilt auch allen anderen Schwestern, die meine „Halloooo´s“ immer freundlich erwiderten und meinem Mitpraktikanten Max.